Mein Siegel

 

 

Das Siegel bedeutet:

„Am frühen Morgen streiche ich die mit Tau bedeckten Blätter“
(Qing Chen Fu Lu Ye)

 

Dieses Gedicht ist in der chinesischen Philosophie ein Sinnbild für Seelsorge.

Der Kalligraphiemeiser Wang Ning hat es für mich geschrieben und als Siegel geschnitzt.

Es spiegelt mein Selbstverständnis meiner Tätigkeit in der Praxis am Wind auf ganz besondere Weise wider:

Mit unvoreingenommener Freude und frischem Herzen -so wie ein neu anbrechender Morgen- möchte ich meinen Mitmenschen sanft meine Hand reichen. Jeden Menschen betrachte ich als einzigartiges Individuum, welches als unverwechselbares Blatt existiert und von seinem Stamm, von seiner Wurzel genährt wird. Wie dieses Blatt kann jeder Mensch viel tragen und ertragen. Durch seine Tragfähigkeit kann sich auf ihm und in ihm so manches ansammeln. So kann sich auf einem Blatt an einem reinen unberührten Morgen ein frischer, klarer filigraner Tautropfen sammeln. Er ist das geronnene Konzentrat der Nacht, welches wie ein Tränentropfen hinwegfließen kann oder strahlend glitzert wie frisch gewonnenes Wasser des Lebens im Licht der Morgensonne.

Für mich ist es ein besonderes Geschenk, wenn ich Menschen für ein kleines Stück ihres Lebensweges meine Hand reichen und Sie begleiten darf. Dies können ganz unterschiedliche Lebens-Weg-Stationen sein, an welchen man gerne leicht und gleichzeitig stützend an der Hand genommen wird:

Sei es, dass Tränentropfen der Trauer durch Liebeskummer oder durch den Verlust eines Menschen den Blick verschleiern. Sei es, dass Tränen der Freunde über die Geburt eines Kindes oder bei der Hochzeit über die Wangen fließen. Oder sei es, dass Probleme mit der „Wurzel“, d.h. Probleme mit der Familie, dem Partner, der Religion oder auch Herausforderungen im Beruf eine haltende Hand von außen bedürfen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir Ihr Vertrauen schenken und auch Ihre Hand reichen.