Dr. Uwe Lübbig

   Hypnose –

Der sanfte Weg zum besseren Selbst-Verständnis

 

Hypnose

 

 

Was ist Hypnose und wie fühlt sie sich an?

 

 

Das griechische Wort „hypnos” bedeutet zu deutsch „Schlaf“.

Jedoch ist die ärztliche Hypnose, die ich in meiner Praxis anwende natürlich nicht einschläfernd. Das Prinzip ist vielmehr folgendes: Durch Anwendung geeigneter und vielfach bewährter Techniken begleite ich den Patienten vom Wachzustand in einen veränderten Bewusstseinszustand, in die hypnotische Trance.

 

Naturwissenschaftlich betrachtet finden sich bei Menschen in Hypnose und bei schlafenden Menschen ganz unterschiedliche Arten von Hirnströmen. Schlaf und Hypnose sind ganz verschiedene Dinge:

 

Wenn Sie schlafen, können Sie sich in aller Regel nach dem Erwachen nicht erinnern, ob und was währenddessen geschehen ist. Wenn Sie wirklich schlafen, nehmen Sie bis zu einer gewissen Schwelle keine Geräusche wahr und auch nicht, was andere möglicherweise getan oder gesprochen haben.

 

Wenn Sie aus der hypnotischen Trance zurückgekehrt sind, werden Sie sich an alles erinnern können, was gesagt wurde und was um sie herum geschehen ist.

 

 

 

Wenn also Hypnose kein Schlaf ist, wie kann man sie dann beschreiben?

 

Während des „normalen“ Wachseins nehmen wir ständig die verschiedensten Signale aus unserer Umwelt wahr. In der hypnotischen Trance können wir diese zahlreichen Impulse zu einem großen Teil ausblenden. Es entsteht eine nach innen gerichtete Aufmerksamkeit und sonst unbewusste Aspekte unseres Fühlens, Empfindens, Erinnerns treten an die Stelle des sonst so sehr kontrollierenden Verstandes.


Drei einfache Beispiele mögen Ihnen verdeutlichen, wie sich eine Hypnose für Sie anfühlen kann:

1. Beispiel:

Sie fahren mit Ihrem Auto eine Strecke, die Sie gut kennen. Es ist Nachmittag und Ihr Tag hat Ihnen bereits einige Konzentration und reichlich Arbeit abverlangt. Als Sie am Ziel Ihrer Reise angekommen sind, z. B. auf der Einfahrt zu Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus, merken Sie, dass Sie sich an den eigentlichen Vorgang des Autofahrens gar nicht mehr erinnern können. Eigentlich wissen Sie gar nicht mehr, wie Sie nach Hause gekommen sind. Sie waren „in Gedanken“. Dennoch war ihr „Wach-Ich“ als Kontrollinstanz hoch aufmerksam und hat Sie wirkungsvoll alle Verkehrsregeln beachten und sogar intuitiv die möglichen Fehler anderer Verkehrsteilnehmer vorausahnen lassen. Dennoch: Sie befanden sich in Trance!

2. Beispiel:

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die regelmäßig Laufsport betreiben oder mit dem Fahrrad fahren, kennen Sie gewiss den Augenblick, in der die Anstrengung des Laufens oder Tretens von einer angenehmen Gleichmut abgelöst wird und können auch jetzt beim Lesen dieser Zeilen nachempfinden, wie ab diesem Zeitpunkt alles wie von selber „läuft“. Sie haben sich in eine Trance gebracht, empfinden Ruhe, hängen Gedanken nach und sind möglicherweise erfüllt von Empfindungen, die sehr lebhafte Gefühle auslösen. Dennoch werden Sie mit Sicherheit an der nächsten größeren Straße rechtzeitig anhalten und diese sicher überqueren.

3. Beispiel:

Die Hypnose fühlt sich also nicht an wie der Schlaf. Vielleicht aber ein wenig wie ein Sonntagmorgen, an dem Sie wach werden, aber noch nicht aufstehen müssen und noch viel Zeit ist, den eignen Gedanken nachzuhängen. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee wird Ihnen aber dennoch nicht entgehen ...

Die hypnotische Trance ist mit einer Beruhigung und Harmonisierung der inneren Rhythmen verbunden. Es stellt sich eine ruhigere, regelmäßigere und langsamere Atmung ein und die Atmung kann nun wieder unverkrampft bis tief in den Bauch fließen. Blutdruck und Puls beruhigen sich und die Muskelspannung des gesamten Körpers vermindert sich. Es kommt zu einem deutlichen Rückgang der Stresshormone.

 

 

 

 

Wie entstehen chronische Krankheiten und wie kann man sie mit Hilfe der Hypnose behandeln?

 

 

Wenn körperliche oder seelische Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen und sich nicht schnell verändern und wenn wir uns zudem nicht an einen äußeren Auslöser (Nässe, Kälte, mit dem Hammer den Daumen getroffen, etc.) erinnern können, dann spricht man in der Medizin von einer chronischen Krankheit oder zumindest von chronischen Symptomen.

Die meisten chronischen Erkrankungen haben ihre Wurzeln in seelisch belastenden Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen. Oft handelt es sich um ungelöste zwischenmenschliche Konflikte, um Verletzungen des Selbstwertgefühles oder Kränkungen. Solange unsere inneren Kräfte stark genug sind, bedienen wir uns eines wichtigen Mechanismus: Wir verdrängen!

Seelische Impulse, die eher negativ sind, also „Unlust“ erregen wenn wir uns damit beschäftigen, kommen in einen als sicher geglaubten „Kellerraum“ und wir wenden uns positiveren, nicht so sehr kraftraubenden Gedanken zu. Gut so! Zumindest vom Grundsatz her. Wenn es aber zu einem Missverhältnis zwischen unserer „Lebensenergie“ (in der chinesischen Medizin nennt man sie „Jing“ oder „Essenz“) und den im Keller gelagerten negativen Impulsen kommt, etwa weil sich zu viel Belastendes angesammelt hat, entstehen Symptome. Eine bestimmte Kombination von Symptomen mit charakteristischen Eigenschaften führt den Arzt zur Stellung einer Diagnose.

Nun haben Menschen ganz verschiedene „Konstitutionen“:

Bei einer dauerhaften Schwächung durch langwierig belastende seelische Konflikte können die tatsächlich empfundenen Beschwerden daher von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein: Manche Menschen bekommen die Symptome einer Depression oder einer Angsterkrankung. Manche Menschen bekommen Phobien, also Ängste, die sich ganz isoliert gegen z.B. das Betreten von engen Fahrstühlen oder von weiten, menschenleeren Plätzen richten. Andere Menschen dagegen leiden unter körperlichen Symptomen wie Herzklopfen, Schwindel, Kopfschmerzen, saurem Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.

In den meisten Fällen ist den Menschen aber die Ursache ihrer Beschwerden nicht erklärlich. Die verantwortlichen, „Unlust“ erregenden Impulse wurden ja schon vor langer Zeit in den Kellerraum verdrängt. Dieser Kellerraum nun ist im Wachzustand mit „aktivem daran Denken“ kaum zu erreichen. Der direkte Zugang zum Unterbewusstsein durch die ärztliche Hypnose führt dagegen oft zu einem ganz anderen Verständnis für eigenes Verhalten und die eigene Biographie. Dies führt zu Akzeptanz und löst das gefühlsmäßige Missverhältnis zwischen erlebter Wirklichkeit und unbewussten Antrieben auf. Es kommt ohne äußeres Zutun zu einem größeren Selbst-Verständnis und zu einer veränderten Bewertung dessen, was in den Kellerraum gepackt wurde. So entsteht eine größere Einheit zwischen unbewussten Empfindungen und dem, was wirklich ist.

 

Auf der Grundlage dieser Einheit können seelische und körperliche Krankheiten ausheilen!

 

Wenn Ärzte nun chronische Erkrankungen mit symptomlindernden Medikamenten behandeln, bleiben sie oft sehr an der Oberfläche, betrachten nicht genügend den unter den Beschwerden gelegenen Kellerraum, aus dem heraus sie wachsen. Die meisten Menschen mit chronischen Beschwerden kennen die Situation, dass ein neuer Behandlungsversuch eine Besserung bringt, die Erleichterung jedoch nur kurz währt, weil trotz fortgeführter Behandlung die Beschwerden wieder zunehmen.

Durch die Hypnosebehandlung können sowohl seelische Erkrankungen als auch körperliche Leiden langfristig positiv beeinflusst und oft sogar geheilt werden.

In meiner Praxis am Wind in Otterndorf behandele ich oft Patienten mit Hilfe der ärztlichen Hypnose, die sich mit folgenden chronischen Beschwerden an mich wenden:

1. Depressionen

2. Angsterkrankungen / Phobien

3. Schmerzen aller Art: Migräne und andere Formen von Kopfschmerzen, Phantomschmerzen,

    Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen, Regelschmerzen, Schmerzen nach Gürtelrose.

4. Schlafstörungen

5. Magen- und Darmerkrankungen: Colitis ulcerosa, Reizdarm, Magengeschwür

6. Tinnitus

7. Suchtprobleme, gleich ob Alkohol, Zigaretten oder andere Drogen

 

 

Können auch andere Probleme mit Hypnose nachhaltig behandelt werden?

 

Leiden Sie unter „Präsentationsangst“, also übergroßem Lampenfieber? Möchten Sie sich auf eine Prüfung oder ein Bewerbungsgespräch vorbereiten, effektiv und nachhaltig Abnehmen oder sich das Rauchen abgewöhnen? In all diesen Fällen ist die Hypnose oft eine sehr gute Möglichkeit, die Ziele zu erreichen, das sie sich gesteckt haben.

 

Die modernen Methoden des „Coachings“ basieren im Wesentlichen auf Techniken der traditionellen Hypnose. Wenn Sie also ein berufliches oder persönliches Ziel erreichen wollen oder Mitarbeiter haben, die Sie zu mehr Freude an der Arbeit und damit zu besseren Leistungen verhelfen möchten? Hypnose ist auch hier ein erfolgversprechender Weg.

 

 

 

Wie wird eine Hypnosebehandlung durchgeführt?

 

Zuerst führe ich mit Ihnen ein ausführliches Gespräch. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Beschwerden und deren genauere Umstände zu schildern. Ich werde Sie einige Dinge fragen, die mir im Zusammenhang der Art wie Sie Ihre Beschwerden beschreiben auffallen. Auch eine körperliche Untersuchung wird an dieser Stelle häufig sinnvoll sein, denn auch bei der Behandlung mittels Hypnose steht die Diagnose an erster Stelle.

 

In vielen Fällen gehört dann der nächste Termin ganz der Hypnose, während es sich in anderen Fällen anbietet, gleich im Anschluss an Gespräch und Untersuchung mit ersten, sehr angenehmen „Vorübungen“ zu beginnen, die Ihnen zeigen werden, dass Sie sich für eine sanfte Form der Behandlung entschieden haben, der Sie voll vertrauen dürfen.

 

 

 

Wie lange dauert eine einzelne Hypnosesitzung und wie viele Sitzungen sind notwendig?

 

Üblicherweise dauert eine Hypnosesitzung zwischen 60 und 90 Minuten. Die Anzahl der Sitzungen richtet sich zum einen nach Art und Schwere der Erkrankung, zum anderen spielt auch Ihr Zugang zu Ihrem Unterbewusstsein eine Rolle.

 

Dabei geht es nicht darum, wie gut Sie aktiv mitarbeiten, denn Sie sollen gerade kein Ziel erreichen und kein Ergebnis anstreben wollen. Vielmehr kommt es auf Ihre Fähigkeit an, sich auf das gerade Geschehende einzulassen und sich in entspannter Neugier auf das einzulassen, was Ihr Unterbewusstsein Ihnen in Form von Bildern, Empfindungen und Gefühlen präsentiert.

 

Wenn Sie z.B. mit dem Rauchen aufhören möchten, reicht oftmals eine einzige Hypnosesitzung, die Behandlung komplizierterer seelischer Probleme dauert naturgemäß länger. Nach dem Vorgespräch werde ich Ihnen den ungefähren Zeitablauf der Behandlung erläutern können.

 

 

 

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen?

 

Die Hypnose ist ein sehr altes Verfahren zur Behandlung von Krankheiten. Von einem erfahrenen Therapeuten ausgeführt gibt es so gut wie keine unerwünschten Begleiterscheinungen. Wichtig (!!!) ist aber, auf der Grundlage der richtigen Diagnose gemeinsam mit dem Patienten einen Fahrplan zur Gesundung zu erstellen und regelmäßig im Dialog (!!!) zu erörtern, an welchem Punkt man angekommen ist und welches Ziel die weitere Behandlung haben soll.

 

Es gibt einige wenige Beschwerden und Erkrankungen, die man besser nicht durch Hypnose behandeln sollte, wo also die Behandlung mit Hypnose „kontraindiziert“ ist. So sollten Patienten mit bestimmten Formen psychiatrischer Erkrankungen auf die Behandlung mit Hypnose verzichten: Grundsätzlich ist von einer Behandlung abzuraten, wenn Realitätsverkennungen eine Rolle spielen, also bei Schizophrenien und Psychosen.

 

In meiner Praxis am Wind in Otterndorf führe ich die Hypnose auf der Grundlage einer ärztlichen Diagnose mit Ihnen durch. Das ausführliche Vorgespräch beinhaltet immer auch, dass ich Ihnen erläutere, ob und warum die Hypnose als Therapie in Frage kommt und welche Alternativen es gibt. Daher haben Sie zu jedem Zeitpunkt Klarheit über den eingeschlagenen therapeutischen Weg und fühlen sich sicher.

 

In der Hypnose selber haben Sie zu jedem Zeitpunkt die volle Kontrolle über die Situation und ihr eigenes Verhalten. Auch wenn gelegentlich in Filmen oder in Shows etwas anderes suggeriert wird: Niemand kann Sie in Hypnose zu etwas bewegen, was Sie nicht wirklich selber wollen. Es gibt eine interessante Studie, die zeigt, dass man Menschen im Wachzustand viel leichter zu etwas „überreden“ kann als in der Hypnose. Im Hinblick auf die Beeinflussung unseres Willens ist wohl die täglich auf uns einprasselnde Werbung eine echte Gefahr, nicht aber die Hypnose! Bei der Hypnose ist Ihr „Wach-Verstand“ immer mit im Raum anwesend. Sie lassen ihn lediglich ein wenig zur Ruhe kommen.

 

 

Was kostet eine Behandlung durch Hypnose?

 

Bei der Rechnungsstellung halte ich mich natürlich auch hier an die jeweils aktuelle Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Weitere Informationen finden Sie HIER (Praxis/Downloads/Honorarübersicht Dr. Lübbig). Von den privaten Krankenversicherungen und den Beihilfestellen werden die Kosten der Behandlung in aller Regel ohne Probleme erstattet.

 

Um den Ablauf der Behandlung aber von Fragen derlei Art gänzlich frei zu halten, erstelle ich Ihnen gerne einen ausführlichen Befundbericht, der die geplante Behandlungsmaßnahme und die zu erwartenden Kosten mit einschließt und den Sie vorab Ihrer Versicherung oder Beihilfestelle vorlegen können. Auch wenn Sie gesetzlich versichert sind, sollten Sie mich ansprechen. In den meisten Fällen finden wir gemeinsam eine gute Lösung!

 

 

 

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